31. März 2011

Regierungs-Getwitter

Nun twittert auch der Medienverantwortliche des Bundesverwaltungsgerichts (JusTWitia), und vor ein paar Tagen schuf sich der Kanton Zürich gleich mehrere Twitter-Accounts. Schon vor ein paar Wochen begann der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert zu zwitschern und machte sich
damit bei der Berliner Hauptstadt-Journaille ziemlich unbeliebt. Zwanzig Minuten lang musste sein Stellvertreter die geballte Attacke von Journalisten abwehren, die offensichtlich über wenig Erfahrung mit Twitter verfügen, aber wohl genau darum umso besser wissen, dass dieses Vehikel für einen Regierungssprecher tabu bleiben muss. Wer das inzwischen auf dem Netz leider gelöschte Video gesehen hat, konnte allerdings erkennen, dass nicht nur das unvertraute Wesen Twitter der Stein des Anstosses war. Steffen Seibert will offensichtlich über Twitter eine breite Öffentlichkeit ansprechen und weicht damit vom bisherigen Strickmuster ab, wonach das Bundespresseamt die Medien informiert, und diese die Information an die Öffentlichkeit weitergeben.

Dass die Journaille sich damit anfänglich schwer tut und mit den Zähnen knirscht, erstaunt wenig und wäre in der Schweiz wohl genau so. Letzteres bleibt allerdings einstweilen eine hypothetische Aussage, denn ein twitternder Regierungssprecher im Stil eines Steffen Seibert scheint bei uns leider noch nicht in Sicht.

Kommentare:

  1. Interessanter Case, hier gibt's das Video noch:
    http://vimeo.com/21654630

    Und falls es da nicht bleibt, gibt's hier auch eine Mitschrift:
    https://wiegold.wordpress.com/2011/03/28/wenn-der-regierungssprecher-twittert/

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