7. Februar 2012

Das Alter


Vom ernsthaften Twittern

Nur ein Drittel aller Tweets seien brauchbar, lautete der Titel eines Artikels über eine Untersuchung zum Wert der Kurznachrichten für die User. Mir schien massloss übertrieben, dass ein ganzes Drittel aller Tweets brauchbar sein sollen. Jedenfalls in meiner Timeline erweisen sich einzig ein paar Links auf News, die ich noch nicht kenne, sowie je nach Standort einzelne Wetterwarnungen oder Bahnverkehrsmeldungen als wirklich nützlich. Ihr prozentualer Anteil lässt sich an den Fingern einer Hand abzählen.

24. Januar 2012

Sonnenschein und Kindersegen

Nach zahlreichen fruchtlosen Diskussionen über die Benennung von Sturmtiefs in meinem Umfeld habe ich mich einmal bei Wikipedia schlau gemacht und Folgendes erfahren: Zunächst erhielten Hochdruckgebiete in Europa männliche Namen, und Tiefdruckgebiete wurden nach Frauen benannt. Das machte auch Sinn, bringen Hochdruckgebiete doch meist schönes Wetter, Tiefdruckgebiete dagegen Sturm und Niederschlag. Doch verschiedenen Frauenverbänden passte das nicht, und so machten sie Radau und verschafften sich schliesslich 1998 Gehör. Seither erhalten Tiefdruckgebiete nur noch in geraden Jahren weibliche Vornamen und die Hochdruckgebiete männliche. In ungeraden Jahren wird es umgekehrt gehalten. Ich frage mich jetzt, ob es eigentlich gerecht ist, dass immer Frauen Kindersegen bringen. Sollte man die Sache mit dem Zeugen und Gebären nicht auch alle Jahre tauschen?

17. Januar 2012

Abgeschirmt

Im Innenhof des Bundesgerichts steht ein kleines Gebäude. Mal liebevoll, mal despektierlich Pavillon genannt. Ursprünglich als provisorische Holzbaute geplant zur Überbrückung der Raumnot bis zum grossen Ausbau des Palais. Doch wie so oft, wenn die öffentliche Hand baut, wurde mit der grossen Kelle angerichtet und ein Massivbau hingeklotzt, der stehen blieb.

Heute dient der kleine Saal in der Mitte des Pavillons als Schulungsraum. Die Büros links stehen den Ersatzrichtern zur Verfügung; und diejenigen auf der rechten Seite der Journaille. Eigentlich ganz schöne Räume, in die allerdings kein Sonnenstrahl zu dringen vermag. Noch schlimmer ist, dass die dicken Gemäuer auch Mobilfunkstrahlen weitgehend abschirmen. Swisscom und Sunrise schaffen ein schlappes EDGE, und mit Orange lässt sich nicht einmal telefonieren. Gemunkelt wird, die drei Telekommunikationsanbieter wollten sich mit der schwachen Berieselung des höchsten Gerichts dafür revanchieren, dass ihnen eben dieses Gericht landauf landab immer wieder eine Reduktion der Sendeleistung verordnet. Falls die Racheabsicht tatsächlich bestehen sollte, schösse sie allerdings sie am Ziel vorbei. Denn in den Richterbüros auf der Sonnenseite des Palais ist der Mobilfunkempfang völlig ausreichend. Fernmeldetechnisch abgenabelt bleibt allein die im Innenhof eingemauerte Journaille.