3. Juli 2013

Das Kreuz mit den Punkten

Kundenkarten bringen Vorteile. Durchaus auch dem Kunden. Wer allerdings für jedes Geschäft, in dem er regelmässig einkauft, eine Kundenkarte mit sich führen wollte, müsste sein Portemonnaie wohl durch einen mittleren Rucksack ersetzen. Als Alternative gibt es Smartphone-Apps wie beispielsweise Stocard, mit der man die Karten einlesen und bei Bedarf auf den Bildschirm zaubern kann. Doch was bei vielen kleinen Läden problemlos zu laufen scheint, will bei den beiden Giganten im Schweizer Supermarkt-Geschäft partout nicht gelingen.


Bei Migros sind die Scanner selbst bei ganz neuen Filialen technisch schlicht gar nicht in der Lage, den Barcode der Cumulus-Karte ab Bildschirm einzulesen. Einzelne Kassierinnen sind zwar so freundlich und tippen den Code manuell ein. Als tragfähige Lösung kann das allerdings nicht eingestuft werden, und beim Selfscanning geht das auch technisch nicht. Pikantes Detail: beim Tanken und Kleineinkauf im ebenfalls zu Migros gehörenden Migrolino wird die Cumulus-Karte problemlos eingelesen. Noch etwas chaotischer präsentiert sich die Lage bei Coop. Hier können die Geräte zwar den Code der Supercard ab Smartphone problemlos lesen, doch erging irgendwann die Weisung, dass nur Originalkarten gescannt werden dürfen. Später soll die Weisung laut Angaben einiger Kassierinnen widerrufen worden sein, und zurzeit ist die Verwirrung total. Im Coop meines Vertrauens weiss ich inzwischen haargenau, bei welchen Kassierinnen ich das Smartphone präsentieren darf, und bei welchen ich mangels Originalkarte nicht punkten kann. Bis heute nicht verstanden habe ich, warum man überhaupt je auf den Gedanken kam, nur Originalkarten einzulesen oder das Einscannen ab Bildschirm technisch zu unterbinden. Die Unternehmen wollen meine Nummer, lassen jedesmal danach fragen und bezahlen sogar etwas dafür. Da könnte ich die Zahlenkombination doch eigentlich auch auswendig lernen und aufsagen an der Kasse. Jedenfalls wenn mein Gedächtnis noch etwas frischer wäre...

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