30. Oktober 2011

Dinkelbrot


Grünliberale essen Dinkelbrot, stand nach den Wahlen im Tages-Anzeiger. Ich hätte vermutlich grünliberal gewählt, wenn das im Kanton Obwalden möglich gewesen wäre. Nun frage ich mich natürlich, ob ich deswegen künftig Dinkelbrot kaufen muss? Oder ob ich damit warten darf, bis Grünliberale in meinem Kanton kandidieren.

Oder soll ich ehrlich sein?  Ich esse seit Jahren bevorzugt Urdinkelbrot.

27. Oktober 2011

Der Schweizer und der Staat

Er sei nicht etatistischer als die Waadtländer FDP, sagt Bundesratskandidat Pierre-Yves Maillard in einem Interview in der heutigen NZZ. Was vermutlich stimmt, aber das Ganze auch nicht besser macht. Es unterscheidet sie vieles, die Menschen westlich und östlich des imaginären Röstigrabens, der das französische und das deutsche Sprachgebiet der Schweiz scheidet. Doch was augenfällig trennt, sind meist unbedeutende Kleinigkeiten. In atemloser Eile, aber meist zu spät westlich. Von träger Gemächlichkeit, aber meist pünktlich östlich. Eloquenter und geistreicher Witz hüben, eher wortkarger trockener Humor drüben.

25. Oktober 2011

Google genial

Auch Google hat seine Macken. Und zwar nicht nur in Beta-Versionen. In letzter Zeit zickt die Synchronisation der Kalender, so dass ab und an ein Termin auf dem SmartPhone oder auf dem Tablet fehlt. Das kann nerven und bisweilen natürlich auch zu Pannen führen. So auch diese Woche, als die für morgen Mittwoch angesetzte öffentliche Urteilsberatung der I. Sozialrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts auf etlichen Geräten aus dem Kalender verschwunden war. Kaum hatte ich das erneute Problem erkannt, ging indes eine eMail aus Luzern ein mit der Meldung, dass die fragliche Sitzung abgesagt wurde. Wäre der Termin nicht nur auf einigen, sondern auf sämtlichen Geräten aus dem Kalender verschwunden, müsste man Google geradezu hellseherische Fähigkeiten zugestehen.

22. Oktober 2011

Komplizierte Überlistung

Wird auf Blogger in einem Post ein Bild placiert, erkennt das System, was oben und was unten ist, und stellt die Foto richtig ein. Jedenfalls fast immer. Das Bild im letzten Kalenderblatt über die kompostierbaren Einkaufssäcke wurde beharrlich ins Hochformat gedreht. Eine Korrekturmöglichkeit fand ich bisher nicht auf Blogger. Und das Bild auf der Festplatte ins Hochformat zu drehen, vermochte das System auch nicht dazu zu verleiten, es nun ins Querformat zu drehen.

Kompost statt Plastik!

Plastik-Säcke, die irgendwo in der Umwelt herumliegen, sind für die Umwelt ein Problem, weil sie sehr lange erhalten bleiben. In der Westschweiz haben die Grossverteiler daher vor einiger Zeit damit aufgehört, an der Kasse Plastik-Säcke abzugeben. Was aber eigentlich auch keine Lösung ist und jene Leute zu Unrecht bestraft, die ihre Säcke nach Gebrauch korrekt dem Plastik-Recycling zuführen. Inzwischen gibt es auch an vielen Kassen der Westschweiz wieder Plastik-Säcke. Zumindest unter dem Kassentisch...

21. Oktober 2011

Wahlwünsche

Dass am Wochenende in der Schweiz Parlamentswahlen stattfinden, ist zwar nicht so wichtig, wie viele - vor allem die Kandidierenden - meinen. Aber ganz ohne Bedeutung ist der Vorgang natürlich nicht. Auch ich habe da so meine Vorlieben und Vorstellungen. Hätte ich bei einer guten Fee einen Wunsch frei, würde ich mir eine Zweidrittel-Mehrheit für die Mitte wünschen. Da indes die gute Fee den Weg zu mir bisher nicht gefunden hat, muss ich mich bescheiden. Als Realist werde ich am Sonntagabend zufrieden sein, wenn rechts die SVP weniger als 30 Prozent und links die SP nicht mehr als 20 Prozent der Stimmen einfahren.

Giulia

Giulia soll es also heissen, das Baby des französischen Staatspräsidenten. Ein sehr schöner Name, allerdings ein italienischer. Und das macht mich stutzig. Denn Frankreichs Sprachengesetz schreibt für alle Stadien des Vertriebs von Gütern, Produkten und Dienstleistungen zwingend den Gebrauch der französischen Sprache vor. Ob das generell auch für die Benennung von Kindern gilt, ist zwar fraglich. Die kleine Julia indes ist ohne Zweifel für den Einsatz in der bevorstehenden Kampagne um Sarkozys Wiederwahl als Staatspräsident gezeugt worden. Und dabei geht es ganz offensichtlich um den Vertrieb von Dienstleistungen. Folglich müsste das Wahlkampf-Maskottchen von Gesetzes wegen den französischen Namen Julie tragen. Wenn Sarkozy sie trotzdem auf den italienischen Namen Giulia tauft, bricht er das Recht. Zugute halten kann man ihm nur, dass es ein dummes Gesetz ist, um das er sich futiert.

18. Oktober 2011

Trojaner

Von Trojanern war nicht die Rede gewesen im gestern vertagten Prozess in Sachen Hell's Angels. Was auch nicht erstaunt, geht es doch dabei um Vorgänge aus dem Jahre 2003, und damals dürfte zumindest bei der Bundesanwaltschaft kaum jemand gewusst haben, was ein Trojaner ist. Man scheint sich in dieser Behörde ohnehin eher schwer zu tun mit moderner Elektronik, wie das erwähnte Verfahren zeigt, das unterbrochen werden musste, weil in den von der Bundesanwaltschaft eingereichten Akten elektronische Datenträger fehlten und andere nicht lesbar waren. Man kann sich deshalb fragen, ob und wie gut die Anklagebehörde des Bundes mit Trojanern umzugehen weiss. Im Umgang mit der Presse setzt die Bundesanwaltschaft ohnehin auf ein trojanisches Pferd aus Fleisch und Blut. In Person einer Mitarbeiterin, die sich bei wichtigen Prozessen auf der Pressebank diskret unter die Journaille mischt und auf den Notebook-Bildschirmen die Entstehung der noch nicht erschienenen Berichterstattung mitverfolgt.   

6. Oktober 2011

R.I.N. Steve Jobs

Als Kunde seines Unternehmens taugte ich nicht. Das zeigte sich schon sehr bald nach dem Kauf meines ersten und letzten Geräts von Apple. Wie im Kalenderblatt vom 13. September 2010 beschrieben war es ein iPod, und Stein des ersten Anstosses war der Kundendienst. Aber auch durch iTunes fühlte ich mich bevormundet. Die frühe Abkehr von Steve Jobs' Produkten war fraglos richtig für mich. Das hindert mich aber nicht, sein grandioses innovatives Gespür für das technische Bedürfnis der Menschen zu bewundern. Er hat mit iPhone und iPad nicht nur für seine Kunden erfolgreiche Produkte lanciert, sondern darüber hinaus nachhaltig Entwicklungen zum Vorteil aller Nutzer angestossen. Dafür gebührt ihm Dank und Anerkennung. Requiescas in pace (Ruhe in Frieden), Steve Jobs! Oder besser noch: Requiescas in nubibus (Ruhe in the clouds) !

4. Oktober 2011

Internet aus der Wand

Das Internet kommt aus der Wand in meinem Büro. Natürlich sprudelt es nicht einfach wie die frische Quelle im Gedicht. Und ebenso wenig plätschert es nachher als munteres Bächlein durchs Büro. Das Internet wird vielmehr aufgefangen von einer grauen Kiste, die auf die Mauer geschraubt ist. Die Techniker sprechen von einem NT-Kasten. Auf diesem steckt der sogenannte Splitter, in den das Internet sich anschliessend ergiesst. Danach fliesst es durch ein Kabel zum Router und von da über ein weiteres Kabel zum PC.  Oder fliegt über WLAN zu Notebook, SmartPhone, Tablet und Internet-Radio.

1. Oktober 2011

Fett statt Arbeit

Dänemark hat eine Fettsteuer eingeführt, damit die Leute weniger Fett essen. Der Ansatz ist richtig, obwohl ich nicht glaube, dass Dänen deswegen abnehmen werden. Schon gar nicht kurzfristig. Denn nun gilt es erst einmal all das Fett zu essen, das mit Hamsterkäufen noch steuerfrei gebunkert worden ist.

Doch der Ansatz ist wie gesagt richtig. Gesellschaftlich unerwünschte Aktivitäten fiskalisch belasten, kann menschliches Verhalten in bessere Bahnen lenken. Wunder darf man indes nicht erwarten, wie die Beispiele Tabak, Alkohol oder Treibstoff zeigen.

Allerdings soll der Staat seinen Bürgern auf diese Weise auch nicht zusätzlich Geld abknöpfen, denn das ist gesellschaftlich ebenfalls unerwünscht. Dem wäre leicht vorzubeugen, indem die Einkommensteuer gesenkt würde. Die Gesellschaft ist darauf angewiesen, dass möglichst viele Menschen arbeiten können und arbeiten wollen.  Den Lohn der Arbeit massiv zu besteuern, wie wir es tun, ist daher unter dem Aspekt der Lenkungswirkung besehen so ziemlich die dümmste Lösung.