28. Mai 2011

Altherren-Justiz?

Im Streit zwischen Google und dem Datenschutzbeauftragten über die Zulässigkeit von Street View wird das Bundesgericht das letzte Wort sprechen. Böse Zungen haben sich bereits darüber mokiert, dass nun gewissermassen ein Greisen-Club eine Weichenstellung vornehmen wird, die für die technologische Zukunft des Landes von erheblicher Bedeutung ist.

26. Mai 2011

Angegurkte Raucher

Nach fast drei Wochen klingt bei mir zurzeit eine hartnäckige Erkältung ab. Was bei chronischen Asthmatikern mit einer zehntägigen Phase hartnäckigen Hustens gleichzusetzen ist. Heute Vormittag musste ich deswegen eine Urteilsberatung vorzeitig vorlassen. Im Saal zu bleiben wäre einer Behinderung der Rechtsprechung gleichgekommen.

Sprachlicher Optimismus

«Aktuell kann es in der ganzen Schweiz zu Störungen im mob. Datenverkehr kommen», meldete soeben @Swisscom_Care über Twitter. Tönt eigentlich eher harmlos, denn zu Störungen kommen kann es immer. Der französische und der italienische Text sprechen da allerdings eine andere Sprache und sagen klar, dass der Datenverkehr «est actuellement impossible dans toute la Suisse» / «non è possibile in tutta la Svizzera».

24. Mai 2011

Dumme Fee

Meine Frau hat am Wochenende einen riesigen Bambusstrauch gepflanzt auf unserer Terrasse. Weil der so unbelebt da stand, äusserte ich den Wunsch nach einem Panda-Pärchen. Liegt eigentlich nahe, denn Hunde mag ich nicht, und für Katzen ist der fünfte Stock etwas hoch.

23. Mai 2011

Schweinerei

Wo Schwein drauf steht, kann eine Schweinerei drin sein. Das weiss ich seit gestern. Gerochen hat der Rollschinken zwar zunächst lecker wie immer. Doch gegen Ende der Garzeit trat an einer Stelle eine weissliche Masse aus, deren Konsistenz irgendwo zwischen Zahnpasta und Kaugummi anzusiedeln war.

22. Mai 2011

Frosch und Vogel


Aus der Froschperspektive bin ich offensichtlich viel leichter zu durchschauen als aus der Vogelperspektive. Gezeigt haben mir das die Frösche am Gerzensee im Kernwald.

20. Mai 2011

Emanzinnen

Nach meinem Kalenderblatt vom 2. Mai 2011 über den General musste ich mir sagen lassen, dass ich von weiblicher Emanzipation in der Sprache nicht viel begriffen habe. Und in der Tat habe ich inzwischen viel dazu gelernt.

18. Mai 2011

Kohlhaasenjagd II

Die Kohlhaasenjagd, von der im Kalenderblatt vom 15. April 2010 die Rede war, hat nicht mit dem Abschuss des Gejagten geendet. Dieser steht vielmehr, wie unschwer vorauszusehen war, definitiv als Gewinner da und kann seinen Jägern - der Bundesanwaltschaft und zwei Bundesrichtern - eine Nase drehen.

17. Mai 2011

Fahrplan-Phantasien

Eine gängige Verbindung zwischen zwei Bahnhöfen zu finden vermögen Online-Fahrpläne heute ohne Weiteres. Etwas schwieriger wird es, wenn der gesuchte Zielort eine städtische Busstation ist. Unlängst versuchte ich mit der offiziellen App der SBB herauszufinden, wie ich von Luzern nach Désert in Lausanne komme, das ist die nördliche Endstation der Buslinie 2.

16. Mai 2011

Die Microscops

Experten heissen sie, die Polizisten in den modernen amerikanischen Krimis. Sie haben zwar auch Pistolen, aber ihre wichtigsten Waffen sind Pipetten und Mikroskope. Und statt in Büros wie andere Cops arbeiten sie in hochmodernen wissenschaftlichen Labors.

15. Mai 2011

Liebe Swisscom


Den Newsletter von Swisscom TV leite ich jeweilen ungelesen an meine Frau weiter, die im Gegensatz zu mir etwas vom Fernsehen versteht. Sogar zappen kann sie, was ich auch schon lange gerne lernen möchte.

14. Mai 2011

Achtungsträger

Die Allensbacher Berufsprestige-Skala 2011 zeigt Bemerkenswertes. Dass Arzt und Krankenschwester mit 82% und 67% am meisten Achtung geniessen, das war zu erwarten. Dass aber an dritter Stelle bereits die Lehrer stehen, überrascht zumindest aus Schweizer Sicht.

13. Mai 2011

Meine schlechte Seite

Jeder Mensch hat angeblich seine guten Seiten. Ich habe mit Sicherheit auch eine schlechte. Und zwar die rechte Seite. Der Zahnarzt meiner Kindheit wunderte sich immer wieder über den lamentablen Zustand meiner rechten Gebisshälfte. Knochenbrüche, Verstauchungen und Sehnenrisse ereigneten sich exklusiv an rechtsseitigen Gliedmassen. Hätte ich mein linkes Auge nicht, vermöchte ich nicht zu lesen. Und selbst ein Herz fehlt rechts, wie sich unlängst in der Röhre zeigte.

Letzteres heisst nun aber nicht, dass mein Herz auch politisch links schlagen würde. Davor bewahrt mich das Gehirn. Von leicht erhöhter und vor allem total zentraler Lage aus.

11. Mai 2011

Der verlorene Bus


Seit geraumer Zeit schon stand er auf dem Pendlerparkplatz vor unserem Haus, der kleine blaue Bus der Armee, und niemand wusste warum. Jene, die im Gegensatz zu mir über militärische Erfahrung verfügen, meinten einhellig, dass da etwas nicht stimme. Die Schweizer Armee lasse nicht einfach so tagelang eines ihrer Fahrzeuge irgendwo stehen.

9. Mai 2011

O. K. K.

Akkreditiert als Journalist am Schweizerischen Bundesgericht wurde ich im Februar 1981, wie ich schon angemerkt habe in einem Kalenderblatt. Tatsächlich angefangen habe ich den Job dann irgendwann im Mai vor dreissig Jahren. Es ging um eine Schadenersatzklage gegen die Eidgenossenschaft, die von der II. Öffentlichrechtlichen Abteilung beurteilt wurde.

8. Mai 2011

Der Drehorgel-Mann

Zum Muttertag spielte heute im Altersheim gleich nebenan der Drehorgel-Mann. Das Übliche halt, vom Radetzky-Marsch über die Tulpen von Amsterdam bis zum Soldaten am Wolgastrand. Meine Frau hörte eine Weile zu und fragte dann leicht beunruhigt, ob mit demselben Repertoire gerechnet werden müsse, wenn wir dereinst im Altersheim sitzen werden. Ich bin überfragt. Weiss weder, ob sich die Beatles-Songs unserer Jugendzeit auf Drehorgeln abspielen lassen, noch wie das tönen würde. Mir wäre ohnehin lieber, die würden bis dahin die Altersheime mit einem flotten WLAN bestücken. Dann können wir twittern, bis uns die letzten Zähne ausfallen, und brauchen - selbst am Muttertag - keinen Drehorgel-Mann.

5. Mai 2011

... den General

Ist ein weibliches Mitglied eines Gerichts eine Richterin oder ein Richter? In der deutschen Sprache und insbesondere in der Schweiz ist es heute fast unmöglich, für eine solche Frau den Ausdruck Richter zu verwenden. Ob das richtig oder das Gegenteil besser wäre, kann aufgrund der normativen Kraft des Faktischen dahingestellt bleiben.


2. Mai 2011

Weisses Spitzchen

Wenn ich von meinem Balkon nach Süden blicke, sehe ich einen Teil der ganzjährig mit Schnee bedeckten Berner Alpen. Gegen Osten werden sie von den Sachsler Bergen verdeckt bis auf ein kleines weisses Spitzchen, das links vom Güpfi hervorlugt. Seit