31. März 2011

Tag der offenen Tür

Vor knapp einem Jahr schon war hier davon die Rede, dass das Schweizerische Bundesgericht in Lausanne einen zweiten Standort in Luzern hat und dass man daselbst Öffentlichkeit nicht allzu sehr schätzt (Die Wagenburg). Sie trägt gewissermassen keine Augenbinde, die Justitia am Vierwaldstättersee, sondern eine Burka.

Regierungs-Getwitter

Nun twittert auch der Medienverantwortliche des Bundesverwaltungsgerichts (JusTWitia), und vor ein paar Tagen schuf sich der Kanton Zürich gleich mehrere Twitter-Accounts. Schon vor ein paar Wochen begann der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert zu zwitschern und machte sich

30. März 2011

Strom her!

Ob von Apple oder nicht, unsäglichen Durst haben SmartPhones allesamt. Vor allem wer dauernd damit twittert, schielt beständig nach möglichen Stromquellen. Besonders auf längeren Bahnfahrten können Probleme entstehen.


29. März 2011

Sommerzeit

Nicht ganz unerwartet war am vergangenen Sonntag auf Twitter die Umstellung auf Sommerzeit ein Thema gewesen - und zwar durchaus nicht nur mit Blick auf mögliche Probleme des iPhone-Weckers. @Twittomatik etwa twitterte: «... ich habe heute extra eine Stunde zurück gestellt. Man muss nicht jeden Trend mitmachen.» Daran erinnerte ich mich am Sonntagnachmittag in Winterthur, als eine Frau am Tisch nebenan ihre Freundin am Handy genervt darauf hinwies, dass jetzt vier Uhr sei und sie seit einer Stunde warte. Sie erbleichte, holte tief Luft und schrie dann: «Vorstellen um eine Stunde, nicht zurück!»

Warum machen wir es für einmal nicht wie die Russen und lassen es ab sofort bei der Sommerzeit - auch im Winter, wenn es schneit?

28. März 2011

Der Zug nach Luzern

Eigentlich stimmte alles. Der Zug stand im Zürcher Hauptbahnhof dort, wo Züge nach Luzern abfahren. Der Zug sah - zumindest im Bereich der 1. Klasse - auch genau so aus wie ein Zug, der von Zürich nach Luzern fährt. Der Zug fuhr auch zu der für den Start nach Luzern vorgesehenen Zeit ab, und selbst die elektrischen Steckdosen befanden sich am gewohnten Ort im Obergeschoss des hintersten Wagens.


23. März 2011

JusTWitia

Dass sich die Justiz mit neuen Medien eher schwer tut, ist unübersehbar. Selbst privat haben nur sehr wenige ihrer Vertreter Erfahrungen mit Facebook oder Twitter, wie ich unlängst an der Richterakademie feststellen musste. Dazu kommt, das aktives

22. März 2011

Bald apfelfrei?

Die Probleme der neuen SBB-App mit Android 2.3 zeigen, dass Apples iPhone im Bereich der Applikationen (noch) überlegen ist. Vor allem auch, was das Angebot anbelangt. Auf Swype und Goggles mussten (oder müssen?) die Apple-Apostel warten, aber ansonsten warten stets die Androiden auf Anwendungen,

Pepopipapi

Nachdem das heutige Kalenderblatt (Himmlische Gerechtigkeit) so viel Anklang gefunden hat, interessiert vielleicht auch, welcher Weg ganz sicher nicht in den Himmel führt. Eine der Standardfragen des Petrus am Himmelstor ist nämlich die nach der sexuellen Aktivität auf Erden. So ganz direkt erkundigt er sich natürlich nicht am heiligen Ort. Politisch korrekt fragt der Himmelswächter vielmehr nur indirekt danach, wofür ein Mann denn seinen Pimmel so gebraucht hat während seines Lebens. Wer sich voll Stolz und Vorfreude auf tatsächliche oder angebliche Enthaltsamkeit berufen will und behauptet, mit seinem Glied ausschliesslich Wasser gelassen zu haben, hat allerdings die Rechnung ohne Petrus gemacht. Das Himmelstor bleibt zu. Für theologisch vorbelastete Zeitgenossen ist das wenig erstaunlich. Der Himmel ist schliesslich ein Paradies und kein Pissoir...

21. März 2011

Himmlische Gerechtigkeit

Habe heute Nach geträumt, ich sei gestorben. War kein Albtraum, ganz im Gegenteil. Ich sass auf einer Wolke und genoss die Sonne. Musste auch kein Halleluja singen und kein Manna fressen. Vielmehr kam eine wunderschöne Frau daher,

20. März 2011

Bauchwende

In einer nicht repräsentativen Umfrage des Schweizer Fernsehens befürworteten heute 91 Prozent der Befragten ein militärisches Eingreifen gegen den libyschen Diktator Ghadhafi. Auf Twitter veröffentlichte @wyssdaniel die Grafik und meinte: «Bin gespannt, wie lange diese eindeutige Haltung gegenüber Libyen bestehen bleibt.» Ich bin es auch.

Futter für Mutter

Regelmässig zum Wochenbeginn bringe ich meiner alten Mutter zwei oder drei fertig zubereitete Mahlzeiten vorbei, damit sie nicht jeden Tag selber kochen muss. Sie könnte natürlich in der Alterssiedlung essen, wo sie wohnt. Doch das Zeug sei nicht gut, sagt sie. Und meint in Wahrheit, es sei zu teurer.


19. März 2011

Verleimter Papierhaufen

Das Schweizer Parlament hat gestern beschlossen, das Rad der Geschichte zurück zu drehen und die gesetzliche Preisbindung für Bücher wieder einzuführen. Dass Politiker unbelastet von Sachverstand agieren, ist nicht neu, aber in solchen Fällen besonders schwer zu ertragen. Das letzte Wort wird vermutlich

16. März 2011

Verdoppelte Grenzwerte

Zum Schutze der Menschen vor schädlichen Einwirkungen werden Grenzwerte der zulässigen Belastung definiert, so auch für die höchstens erlaubte radioaktive Strahlung. In Japan hat heute die Regierung laut Presseberichten die maximal zulässige Strahlenbelastung für Mitarbeiter in Atomanlagen mehr als verdoppelt. Der Grund dafür liegt auf der Hand, und er wurde

Ungelyncht

Es gibt Menschen, die verkehren mit ihrem Einkaufswagen im Supermarkt genauso chaotisch wie am Steuer ihres Autos. Den Blick auf alles Andere gerichtet als auf den Verkehr leiten sie unvermutete Richtungsänderungen oder Manöver rückwärts ein. Und erblicken sie die Aktion der Woche, wird der Einkaufswagen losgelassen, wo immer er steht, und herzhaft zugegriffen.

Fast alle dieser Menschen gehören dem gleichen Geschlecht an. Welchem verrate ich allerdings nicht, denn ich will nicht gelyncht werden. Weder als Sexist noch als Nestbeschmutzer!

15. März 2011

Glückliches Alter

Mein Kreuz tut oft weh und der rechte Fuss immer. Und im Bein habe ich ein Nerven-Problem, dessen Ursache kein Doktor findet. Und vergesslich werde ich und auf dem Kopf grau und kahl. Aber etwas habe ich im Alter von sechzig Jahren erreicht, um das mich jeder Dreissigjährige beneiden muss: Mich kann kein Beben dieser Erde und auch der gröbste Tsunami nicht mehr mitten aus dem Leben reissen!

14. März 2011

Halbwertszeiten

Mir sind nicht viele Länder bekannt, wo die Bürger verbindlich darüber abstimmen können, ob sie Atomkraftwerke wollen oder nicht. Österreich hat es 1978 mit hauchdünner Mehrheit abgelehnt, das bereits fertig gestellte Kernkraftwerk Zwentendorf in Betrieb zu nehmen und sich in der Folge von dieser Technologie verabschiedet. Die Schweizer befürworteten 1990

Im Schatten des GAU

Viel schöner als auf der Frontseite der heutigen NZZ könnte bildlich gar nicht dargestellt werden, wie Ghadhafi sein Volk nun im Schatten der Ereignisse in Japan ungestört massakrieren kann. Die Redaktion hat völlig richtig gewichtet. Zynisch ist der Gang der Geschichte...

13. März 2011

Verdauliche Dosen

In einem Kommentar zu meinem Kalenderblatt von gestern (Proportionen wahren) wurde zu Recht darauf hingewiesen, dass spektakuläre Unfallereignisse viel stärker wahrgenommen werden als alltägliches Unfallgeschehen. Anders herum gesagt: Je besser Unfalltote zeitlich und geografisch verteilt sind, desto

DreiKörperProblem

Zwischendurch einmal etwas lockerere Kost. Eine Unterhaltung auf Twitter, die mit einem harmlosen Retweet begann und damit endete, dass @FlohEinsteins vom Stuhl kippt und atomar aufrüsten will:

12. März 2011

Proportionen wahren

Unabhängig davon, was in Japan geschehen ist und noch geschehen wird, gibt es gute Gründe für eine kritische oder gar ablehnende Einstellung zur Atomenergie. Zwar bezweifle ich, ob es unserem Planeten besser ginge, wenn seit dem zweiten

11. März 2011

Autosalon und Löwenzahn

Die französischsprachige und die deutschsprachige Schweiz werde durch einen Röstigraben getrennt, wird immer wieder behauptet. Angespielt wird damit auf das angebliche Nationalgericht der Deutschschweizer, das indes auch in Österreich oder in Teilen Deutschlands beheimatet ist. Und ob die beste Schweizer Rösti tatsächlich östlich des gleichnamigen Grabens zu geniessen ist, wäre erst noch zu beweisen. Aber auch im übertragenen Sinn ist der Röstigraben wohl viel weniger tief, als er nach Abstimmungen und Wahlen von Journalisten und Politikern immer wieder heraufbeschworen wird.

9. März 2011

Des Diebstahls Folgen

Dass wir unseren Barcelona-Urlaub offenbar versehentlich in der Kategorie «Abenteuerferien» gebucht hatten, zeigten bereits die Anreise (Duschen auf Geleisen) sowie unsere lustigen Probleme mit Vodafone (Jesus hilft!). Den Höhepunkt erklommen wir, als sich meine Frau in der Metro das Portemonnaie stehlen liess.

7. März 2011

Fasnacht

In der multikulturellen Gesellschaft fällt die Orientierung etwas schwer in der Karnevalszeit. Vor allem von hinten ist nicht immer auszumachen, ob sich da jemand aus närrischer oder aus religiöser Besessenheit verkleidet hat.  Ganz egal, ob es sich um eine Soutane handelt oder eine Burka.

6. März 2011

Nichts für Prüde


Gestern habe ich in einem kulinarischen Tweet darauf hingewiesen, dass die köstliche katalanische Wurst Botifarra ein wenig aussieht wie das, was bei einem Esel zwischen den Hinterbeinen hängt. Natürlich musste ich das in der Twitter eigenen Kürze etwas prägnanter ausdrücken. Der Vergleich mit dem Esels-Pimmel kostete mich in der Folge eine ganze Reihe von Followern. Darunter vermutlich auch solche, die munter über Nutella twittern, obwohl das genau wie Baby-Scheisse aussieht.

5. März 2011

Jesus hilft

24 Stunden lief unsere Internet-Verbindung über die spanische Vodafone geradezu perfekt. Dann war tote Hose. Vier Stunden verbrachte ich gestern im Shop von Vodafone. Die Hälfte davon telefonierten wir mit Spezialisten des Hauses. Der Verkäufer auf Spanisch und Katalanisch. Ich musste ran, wenn ein Techniker

4. März 2011

Suppengoogeln

Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht, sagt der Volksmund. Ich hielt das bisher nicht so und habe mir das italienische Gastronomie-Vokabular buchstäblich erfressen. Wollte das hier in Barcelona genau so halten und habe mir heute Mittag eine unbekannte katalanische Vorspeise bestellt. Pfui Teufel! Da war Blutwurst drin. Ab sofort sagt mein Volksmund: Was der Felber nicht kennt, googelt er.

Nichts für Warmduscher



Lassen wir das mit dem Duschen im Zug. Ferien im Hotel heisst für mich: Duschen mit Duschgel und nicht bloss mit einem Stück Seife wie im wahren Leben. Dass ich mich dort mit karger Seife begnüge, hat mit einer frühen grünen Ader zu tun. Vor etwa dreissig Jahren einmal hatte ich hochgerechnet, wie viele Duschgel-Flaschen ich bis zu meinem mutmasslichen Lebensende leeren würde. Die Vorstellung von diesem Plastic-Berg liess mich zur Seife greifen. Inzwischen kann man Plastic wiederverwerten, und ich könnte ohne schlechtes Gewissen geliert duschen. Doch eigentlich möchte ich die Haptik der sinnlichen Berührungen mit den Seifenkanten gar nicht mehr missen.

Alles andere als sinnliche Gefühle verschafft mir die Dusche in unserem Hotel hier in Barcelona. Mitten im dampfenden Akt stellt sie sich für zwanzig Sekunden kalt. Und das immer wieder. Des Warmduschers Tag ist gelaufen.

3. März 2011

Duschen auf Geleisen

Ich habe geschlafen wie ein Herrgöttchen im Nachtzug nach Barcelona. Das Duschen am Morgen allerdings muss ich versehentlich in der Kategorie Abenteuer-Ferien gebucht haben. Auf der wohl nicht ganz schnurgeraden Strecke aufrecht stehen zu bleiben, gelang nur, weil fürs Umfallen kein Raum war. Und der eiserne Bodenrost war so verbogen, dass es bei der geringsten Gewichtsverlagerung knallte. Maschinengewehrartig knallte. Zum Glück duschte ich als erster in unserem Wagen, so dass wenigstens nur andere geweckt wurden.

Die Sprache hier kommt mir übrigens recht spanisch vor. In dem uns überlassenen Toiletten-Kit fand ich mich nur beschränkt zurecht. Das Wort «dental» sagte mir was, so putzte ich mir wenigstens nicht mit Schuhcreme die Zähne. Was allerdings nach Gesichtscreme roch und auch so aussah, war es nicht. Als das Zeug partout nicht einziehen wollte in dürer Haut, konsultierte die beste aller Ehefrauen das Wörterbuch auf ihrem SmartPhone. Und wälzte sich vor Lachen auf dem Bett. Was da mein edles Haupt vom Hals bis zu den weit zurückversetzen Haarwurzeln und hinter die Ohren in schneeweissestem Weiss erstrahlen ließ, war Rasiercreme. Und das lässt sich gar nicht so leicht entfernen, glaubt mir.

1. März 2011

Runde Strecken

In der Schweiz ist erneut der Vorschlag lanciert worden, das Verbot von Rundstreckenrennen aufzuheben. Ein solches war von der Landesregierung im Jahre 1955 nach dem schweren Unfall in Le Mans mit mehr als 80 Toten erlassen worden. Seither ist der Motorsport viel sicherer geworden, weshalb ich es